Im Dezember vor zehn Jahren ist die Sowjetunion untergegangen. An die
Stelle des ehemaligen Imperiums ist eine Reihe von neu(en) unabhängigen Staaten getreten. Diese Nachfolgestaaten
der Sowjetunion befinden sich in einem schwierigen Prozess des Wandels. In Zusammenarbeit mit dem Polit-Forum
im Käfigturm veranstaltet die Schweizerische Osteuropabibliothek dazu eine Vortragsreihe. Sie zeichnet
in grossen Zügen die Probleme und Erfolge der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung
während der letzten zehn Jahre nach. Besondere Beachtung wird dabei den historischen und kulturellen
Voraussetzungen und Erfahrungen der einzelnen Länder und Regionen geschenkt, die den Verlauf der Transformation
in den letzten zehn Jahren mitgeprägt haben.
Vortragsreihe
Dienstag,
13. November 2001
Die baltischen Staaten zehn Jahre nach ihrer wiedererlangten
Unabhängigkeit - eine vorläufige Bilanz unter besonderer Berücksichtigung Estlands
Dr.
S. Gilly, Baltikumspezialistin, Mitglied des Schweizerischen Expertenpools für Friedenseinsätze
Dienstag,
27. November 2001
"Noch ist die Ukraine nicht gestorben..." - Schwierige
Nations- und Staatsbildung zwischen Ost und West
Ch. v. Werdt,
Leiter der Schweiz. Osteuropabibliothek mit Forschungsinteressen in der neuzeitlichen und modernen Geschichte
der Ukraine, Weissrusslands und Polens.
Dienstag,
11. Dezember 2001
Die Last des imperialen Erbes in der Russländischen Föderation
S.
Wiederkehr, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Slawischen Seminar der Universität Zürich. Seine Forschungsschwerpunkte
sind die Geistes- und Zeitgeschichte Russlands.
Dienstag,
15. Januar 2002
"Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben..."- Die Staaten Südkaukasiens zwischen ethnischen
Wirren, Wirtschaftskrise und Geopolitik
C.
Sidorko, Historiker, Slawist und Islamwissenschafter, kennt Kaukasien von Studien- und Forschungsaufenthalten,
arbeitet z.Z. an einem Projekt über die Eroberung Nordkaukasiens durch das Zarenreich.
Dienstag,
29. Januar 2002
Geschichte und Gegenwart in Usbekistan
Prof.
Dr. A. v. Kügelgen, Assistenzprofessorin am Institut für Islamwissenschaft der Universität Bern
Dienstag,
12. Februar 2002
Weissrussland - Sowjetunion einig Vaterland
S.
Rohdewald, Assistent am Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte der Universität Zürich. Sein momentaner
Forschungsschwerpunkt liegt in der weissrussischen Stadtgeschichte.
Filmreihe
im Kino im Kunstmuseum
Montag,
14. Januar 2002; Dienstag, 15. Januar 2002; Samstag, 19. Januar 2002
OBLAKO-RAI
(Wolkenparadies)
R: Nikolai Dostal, Russland 1991, russ.
OF/d/f, 80 Min.
Der kafkaesk angelegte Film überzeugt durch die gestalterisch konsequente
Umsetzung der grotesken Story und den symbolischen Bezügen zur politischen Situation des damaligen Sowjetreiches.
Montag,
21. Januar 2002; Dienstag, 22. Januar 2002; Samstag, 26. Januar 2002
POKAJANIJE
(Reue)
R: Tengis Abuladse, UdSSR/Georgische Sowjetrepublik
1984, russ. OF/d/f, 146 Min.
POKAJANIJE ist eine teils bittere, teils groteske satirische
Abrechnung mit dem Stalinismus, eine Anklage gegen all jene, die nichts gegen den Terror unternahmen
und die Wahrheit nicht aufdeckten.
Montag,
28. Januar 2002; Dienstag, 29. Januar 2002; Samstag, 2. Februar 2002
BESCHKEMPIR (Der Adoptivsohn)
R: Aktan Abdikalikow, Kirgisien/Frankreich
1998, kirgis. OF/d/f, s/w und Farbe, 82 Min.
Alltag im ländlichen Kirgistan, der Heimat
des Schriftstellers Tschingis Aitmatow. Ein Junge erfährt bei einer Rauferei, dass er ein Adoptivkind
ist und muss nun mit der neuen Situation zurecht kommen.
Montag,
4. Februar 2002; Dienstag, 5. Februar 2002; Samstag, 9. Februar 2002
KOSH BA KOSH (Neues Spiel, neues Glück)
R: Bachtijar Chudojnasarow,
Russland/Tadschikistan/Schweiz/Japan
1993, russ. OF/d/f, 90 Min.
Eine junge Frau aus Russland kommt nach Duschanbe, der Hauptstadt
von Tadschikistan, um ihren kranken Vater zu besuchen. Es herrscht Bürgerkrieg. Sie begleitet ihren
Vater in den Tod und den schrägen Chef der total vergammelten Luftseilbahn, in den sie sich verliebt,
in ein neues Leben.
Montag,
11. Februar 2002; Dienstag, 12. Februar 2002
OUT OF THE PRESENT
R:
Andrej Ujica, Deutschland 1995, russ.-engl. OF/d, 95 Min.
Im Mai 1991 startete der sowjetische
Kosmonaut Krikalev zu einer Weltraummission. Er blieb zehn Monate im All, in der Weltraumstation MIR.
Während seines Weltraumaufenthaltes veränderte sich die Welt. Seine Heimat, die Sowjetunion, existierte
bei seiner Rückkehr nicht mehr. Ein Essay über Zeit, Geschichte, Politik und die Fragilität des menschlichen
Schicksals.