Eine Veranstaltungsreihe des Polit-Forums des Bundes in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Osteuropabibliothek, dem Institut für Auslandsbeziehungen e. V. und
der Deutschen Botschaft.
Nach mehr als vier Jahrzehnten der Trennung wurde am 3. Oktober 1990 die staatliche Einheit Deutschlands friedlich und aus freiem Willen vollzogen: Die DDR trat offiziell der Bundesrepublik Deutschland bei. Damit begann das Zusammenwachsen von Ost und West, ein Prozess, der dem vereinten Land viel abforderte. Die ostdeutsche Bevölkerung musste sich im neuen Alltag zurechtfinden. Die Wiedervereinigung musste finanziert und die ostdeutsche Wirtschaft von der Plan- zur Marktwirtschaft umgestellt werden. Zudem stellte sich die schwierige Frage nach dem Umgang mit dem schmerzvollen Teil der jüngeren Vergangenheit.
Die Veranstaltungsreihe geht auf den Prozess der Wiedervereinigung ein, beschäftigt sich mit den Folgen der Deutschen Einheit und setzt sich mit der Frage auseinander, wo Deutschland zwanzig Jahre nach Vollzug der Einheit steht.
Di, 21.9.2010, 19 Uhr
Lothar de Maizière
Die Deutsche Wiedervereinigung
Vom Fall der Mauer zum „Zwei-plus-Vier-Vertrag“
Dr. Lothar de Maizière war der erste demokratisch gewählte und zugleich letzte Ministerpräsident der DDR (12.4. – 2.10.1990). Von August bis Oktober 1990 war er auch deren Aussenminister. Durch seine Mitarbeit an den Verhandlungen über die Deutsche Wiedervereinigung erlangte er grosse Bekanntheit.
Mittwoch, 6.10.2010, 19 Uhr
Wolfgang Tiefensee
Deutschland nach der Wiedervereinigung
Wandel einer Region am Beispiel der Stadt Leipzig
Wolfgang Tiefensee war von 1998 bis 2005 Oberbürgermeister von Leipzig und von 2005 bis 2009 Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer. Seit 2009 ist er Abgeordneter der SPD im Deutschen Bundestag.
Di, 19.10.2010, 19 Uhr
Diskussion mit
Uwe Müller, Karl-Heinz Paqué und Sascha Buchbinder
Aufbau Ost
Die Privatisierung der ostdeutschen Wirtschaft
Uwe Müller ging 1990 noch vor der Wiedervereinigung für Die Welt als Ostdeutschland-Korrespondent nach Leipzig. Seit 2002 ist er Reporter der Zeitung. Uwe Müller ist Autor mehrerer Bücher über die Wiedervereinigung und deren Folgen (u.a. „Supergau Deutsche Einheit“).
Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué ist Professor der Volkswirtschaftslehre und Inhaber des Lehrstuhls für Internationale Wirtschaft an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Er war von 2002 bis 2006 Finanzminister des Landes Sachsen-Anhalt. Er ist Autor des 2009 erschienenen Buches "Die Bilanz. Eine wirtschaftliche Analyse der Deutschen Einheit".
Dr. Sascha Buchbinder wird das Gespräch moderieren. Er ist Journalist und Historiker. Von 2003 bis 2009 lebte er in Berlin als Fellow der Freien Universität Berlin und Deutschlandkorrespondent des Zürcher Tages-Anzeigers.
Mo, 1.11.2010, 19 Uhr
Joachim Gauck
Zwischen Furcht und Neigung
Die Deutschen und die Freiheit
Dr. h.c. Joachim Gauck lebte als Pfarrer in der DDR, war Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstandes gegen die SED-Diktatur und Mitglied der Bürgerbewegung "Neues Forum" und 1990 Abgeordneter im ersten frei gewählten DDR-Parlament (Fraktion Bündnis 90). Nach der Wiedervereinigung wurde Gauck „Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR“ (bis 2000). Seit dem Jahr 2003 ist er Bundesvorsitzender der Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie“. Im Juni 2010 trat er als Kandidat der SPD und Grünen für die Bundespräsidentenwahl an.
Di, 16.11.2010, 19 Uhr
Diskussion mit
Horst Weishaupt, Stefan Wolle und Sascha Buchbinder
Sozialismus, ade!
Die Folgen der Wiedervereinigung im Alltag der ostdeutschen Bevölkerung
Prof. Dr. Horst Weishaupt ist Professor am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung und Experte zur „Schulbildung nach der Wende in den neuen Bundesländern“. Ausserdem ist er Professor für „Empirische Bildungsforschung“ an der Universität Wuppertal.
Dr. Stefan Wolle ist Historiker und wissenschaftlicher Leiter des DDR-Museums in Berlin. 1990/1991 hat er bei der Stasi-Auflösung mitgewirkt und ist seit 2002 Mitarbeiter im Forschungsverbund SED-Staat der Freien Universität Berlin. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Zeitschriftenartikel zur Geschichte der DDR.
Dr. Sascha Buchbinder wird das Gespräch moderieren. Er ist Journalist und Historiker. Von 2003 bis 2009 lebte er in Berlin als Fellow der Freien Universität Berlin und Deutschlandkorrespondent des Zürcher Tages-Anzeigers.
Di, 30.11.2010, 19 Uhr
Angelika Nußberger
Zeit der Freiheit
Eine Bilanz über die postkommunistischen Jahre in Osteuropa
Prof. Dr. Dr. h. c. Angelika Nußberger ist Direktorin des Instituts für Ostrecht an der Universität zu Köln. Im Juni 2010 wurde sie zur deutschen Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg gewählt.