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Tagebuch einer Karriere - Karriere eines Tagebuches

Die Aufzeichnungen von Bundesrat Markus Feldmann von 1915 - 1958. Eine Ausstellung des Bundesarchivs. 

12. September bis 26. Oktober 2001 


Markus Feldmann (1897–1958)


Markus Feldmann leistete als Chefredaktor der Neuen Berner Zeitung und Präsident des Vereins der Schweizer Presse, als National-, Regierungs- und Bundesrat einen entscheidenden Beitrag zum schweizerischen Presserecht und zur Entwicklung der Konkordanzdemokratie. Diese vielfältige Tätigkeit dokumentierte er in seinem zwischen 1915 und 1958 geführten Tagebuch.

Das Tagebuch ist eine ausserordentliche Quelle, ist doch Markus Feldmann der einzige Schweizer Politiker des 20. Jahrhunderts, der so lange und kontinuierlich das Zeitgeschehen dokumentierte. Es vermittelt denn auch bisher kaum bekannte Informationen aus der persönlichen Perspektive einer Person der Zeitgeschichte. In der Zwischenkriegszeit stehen Aufzeichnungen zur Parteipolitik und zum (Partei-)Pressewesen im Zentrum; in den 1940er-Jahren rücken vor allem die Auseinandersetzungen um eine schweizerische Pressepolitik sowie die Haltung zentraler politischer Akteure gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland in den Vordergrund. In den 1950er- Jahren dokumentieren die Aufzeichnungen erstmals Diskussionen der Landesregierung.

Die Ausstellung präsentiert das Tagebuch als Zeitzeugnis einer typischen Männerbiografie und stellt Markus Feldmanns Standpunkte in einen grösseren gesellschaftspolitischen Kontext. Gleichzeitig thematisiert sie verschiedene Formen der politischen Kommunikation in der Schweiz. Darüber hinaus ist die turbulente Geschichte des Tagebuchs selbst – von seiner Deponierung im Schweizerischen Bundesarchiv durch die Erben 1959 über die von den politischen Behörden verfügten Zugangsrestriktionen bis zu seiner jetzigen Veröffentlichung – Thema der Ausstellung. Und es wird auch die Frage gestellt, wie heutige Politikerinnen und Politiker Ordnung und Orientierung in ihren hektischen Alltag bringen.


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