Markus Feldmann (1897–1958)
Markus
Feldmann leistete als Chefredaktor der Neuen Berner Zeitung und Präsident des
Vereins der Schweizer Presse, als National-, Regierungs- und
Bundesrat einen entscheidenden Beitrag zum schweizerischen Presserecht und zur Entwicklung
der Konkordanzdemokratie. Diese vielfältige Tätigkeit dokumentierte er in seinem zwischen
1915 und 1958 geführten Tagebuch.
Das
Tagebuch ist eine ausserordentliche Quelle, ist doch Markus Feldmann der einzige Schweizer
Politiker des 20. Jahrhunderts, der so lange und kontinuierlich das Zeitgeschehen dokumentierte.
Es vermittelt denn auch bisher kaum bekannte Informationen aus der persönlichen Perspektive
einer Person der Zeitgeschichte. In der Zwischenkriegszeit stehen Aufzeichnungen zur
Parteipolitik und zum (Partei-)Pressewesen im Zentrum; in den 1940er-Jahren rücken
vor allem die Auseinandersetzungen um eine schweizerische Pressepolitik sowie die
Haltung zentraler politischer Akteure gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland
in den Vordergrund. In den 1950er- Jahren dokumentieren die Aufzeichnungen erstmals
Diskussionen der Landesregierung.
Die Ausstellung präsentiert
das Tagebuch als Zeitzeugnis einer typischen Männerbiografie und stellt Markus Feldmanns
Standpunkte in einen grösseren gesellschaftspolitischen Kontext. Gleichzeitig thematisiert
sie verschiedene Formen der politischen Kommunikation in der Schweiz. Darüber hinaus
ist die turbulente Geschichte des Tagebuchs selbst – von seiner Deponierung im Schweizerischen
Bundesarchiv durch die Erben 1959 über die von den politischen Behörden verfügten
Zugangsrestriktionen bis zu seiner jetzigen Veröffentlichung – Thema der Ausstellung.
Und es wird auch die Frage gestellt, wie heutige Politikerinnen und Politiker Ordnung
und Orientierung in ihren hektischen Alltag bringen.
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