1945 bedeutet zweifellos einen Wendepunkt in der
Weltgeschichte: Geprägt vom Schrecken des eben zu Ende gegangenen II. Weltkrieges beschliessen die Regierungen
von 51 Staaten, sich gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen, den wirtschaftlichen und sozialen
Fortschritt zu fördern, die Armut zu bekämpfen, sich in Katastrophenfällen gegenseitig zu helfen und
Konflikte gütlich beizulegen statt kriegerisch auszutragen. Diese Ziele wollen sie erreichen, indem
sie die Beziehungen zwischen den Nationen auf eine neue Basis stellen und ein System internationaler
Zusammenarbeit aufbauen. Sie gründen die UNO.
Seither
hat sich die Welt tiefgreifend verändert. Und mit ihr hat sich die UNO gewandelt. Sie hat sich in den
letzten 50 Jahren zur einzigen universellen Organisation entwickelt. 189 Staaten gehören ihr heute als
Mitglieder an, alle ausser dem Vatikan und der Schweiz. Die UNO-Generalversammlung ist der Ort, wo sich
grosse und kleine, arme und reiche Staaten aller Kontinente gleichberechtigt treffen und nach Lösungen
für die heutigen Krisen, Katastrophen und Konflikte suchen. Praktisch überall auf der Welt weht heute
die blaue Flagge als Zeichen der Hoffnung: Ob auf Lastwagen oder Zelten, auf Lebensmittelsäcken oder
in Krankenstationen.
Soll die Schweiz mit ihren bedeutenden
internationalen Beziehungen bei der Gestaltung einer lebenswerten, friedlichen Zukunft für alle Länder
dieser Welt nicht auch mitentscheiden? Soll unser Land, das sich in den zahlreichen UNO-Spezialorganisationen
mit viel Energie, Engagement, Wissen und Geld einsetzt, nicht konsequenterweise die Mitgliedschaft zur
UNO anstreben? Rund 125'000 Mitbürgerinnen und Mitbürger haben mit der Lancierung ihrer UNO-Beitrittsinitiative
zu dieser Frage ja gesagt. Sie werden darin vom Bundesrat unterstützt, der den UNO-Beitritt zu seinem
Legislaturziel gemacht hat. Im Hinblick auf die Abstimmung im ersten Semester 2002 möchte die Ausstellung
zum Nachdenken anregen und zum Dialog einladen.
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