Die gemeinsame Ausstellung Tschechiens und der Slowakei
lässt die wechselhafte und oftmals leidvolle Geschichte der beiden Länder Revue passieren. Sie beginnt
in der Gegenwart und geht bis zur Gründung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 zurück, an deren Stelle
die führenden Köpfe der Gründungsbewegung - der Tscheche Tomás Garrigue Masaryk und der Slowake Milan
Rastislav Stefánik - vorgestellt werden. Die tragische Zeit des Zweiten Welkriegs, der kommunistische
Putsch von 1948 und die brutale Niederschlagung des Prager Frühlings im Jahre 1968 mit dem Slowaken
Alexander Dubcek an der Spitze der Erneuerungsbestrebungen, sind ebenfalls Teil der Rückblende.
Bilder,
Filme und eine bewegende Kulisse versetzen die Besucherinnen und Besucher in die aufregenden Novembertage
des Jahres 1989 zurück. Der Kalte Krieg ging zur Neige, als in Prag, Bratislava und weiteren Teilen
des Landes Tausende Menschen durch die Strassen zogen und ihrer Wut und Empörung über die kommunistische
Staatsmacht Ausdruck verleihten. Mutig formierten sie sich vor einem Wall gewaltbereiter Polizisten
und läuteten mit klirrenden Schlüsselbunden das Ende der kommunistischen Diktatur ein. Der Aufschrei
der Bevölkerung war von Erfolg gekrönt: Unter der Führung von Václav Havel konnte die Tschechoslowakei
friedlich in die lang ersehnte Freiheit schreiten.
1993 setzten Tschechien
und die Slowakei den sanften Weg in die Freiheit fort: Die beiden Völker trennten sich friedlich voneinander
und gründeten zwei unabhängige Staaten. Dass der Schritt ohne Blutvergiessen vollzogen wurde, brachte
den beiden Ländern – im Lichte des schwelenden Balkankonfliktes – international grosse Anerkennung ein.
Seither schreiten die Tschechische und die Slowakische Republik in gutem Einvernehmen nebeneinander
in Richtung vereintes Europa.
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